Südostanatolien – Zwischen Euphrat und Tigris

Südostanatolien – Zwischen Euphrat und Tigris

Im Südosten der Türkei, dem alten nördlichen Mesopotamien mit den Flüssen Euphrat und Tigris, befinden sich zahlreiche Spuren verschiedener Kulturen und Religionen.

Einer der faszinierendsten Orte in Südostanatolien ist die Kultstätte und der Grabhügel auf dem Berg Nemrut (Nemrut Dağı). Im 1. Jahrhundert v. Chr. wurde dort unter Antiochos, Herrscher über das Königreich Kommagene im nördlichen Mesopotamien ein beeindruckendes Grabheiligtum auf einem 2000 Meter hohen Berg angelegt.

Statuen aus der Kommagene-Zeit auf dem Berg Nemrut

Man kann ihn von Adıyaman oder Kahta aus mit Minibussen erreichen, das letzte Stück jedoch muss zu Fuß zurückgelegt werden.

In der Region befindet sich auch der große Atatürk-Stausee (Atatürk Barajı), der 1990 fertiggestellt wurde und Basisdamm des Südostanatolien-Projekts (GAP) mit Staudämmen und Wasserkraftwerken am Euphrat ist.

Im Norden befindet sich die Stadt Malatya, bekannt für ihre Aprikosen-Früchte, weiter im Osten liegen die kurdisch geprägten Städte Siverek und Diyarbakır mit alten Moscheen, Museen und historischer Stadtmauer.

Lohnenswerte Ziele in Südostanatolien sind u.a. Hasankeyf am Tigris sowie die Altstadt von Midyat mit syrisch-orthodoxen Kirchen. In Mardin findet man in der Altstadt arabische Architektur und orientalisches Strassenleben. Sehenswert ist die Kasımiye Medrese, eine theologische Hochschule, die Mitte des 15. Jahrhunderts fertiggestellt wurde. Etwas ausserhalb von Mardin befindet sich das syrisch-orthodoxe Deyrulzafaran Kloster.

Hasankeyf am Tigris Ziel zahlreicher Pilger ist der Abraham Teich in Şanlı Urfa. Nach islamischem Glauben wollte König Nimrod den Propheten Ibrahim (Abraham) dort auf dem Scheiterhaufen verbrennen, da dieser die alten Götter nicht anerkennen wollte.

Harran liegt nicht weit entfernt von Şanlıurfa und nahe der Grenze zu Syrien. Harran war unter den Babyloniern im alten Mesopotamien ein bedeutendes Handelszentrum.

Nahe Birecik am Euphrat leben noch einige der letzten halbfreien Waldrappe (Kelaynak). Die grossen Vögel aus zur Familie der Ibisse sind in Europa schon seit dem 17. Jahrhundert ausgestorben.

In Gaziantep lohnt ein Besuch auf der Burg , von der aus man gut über die Stadt schauen kann sowie im Archäologischen Museum, in dem u.a. wunderschöne Mosaiken zu sehen sind.

UNTERWEGS: Die großen Städte in Südostanatolien lassen sich mit Überlandbussen erreichen, Gaziantep ist zudem mit der Bahn erreichbar. Für den Besuch von Sehenswürdigkeiten ausserhalb der Städte benötigt man ein Auto oder Taxi, auf einigen Strecken verkehren Minibusse (Dolmuş).

Weit im Osten der Türkei befindet sich der Van-See mit Überresten alter Siedlungen und der armenischen Heiligkreuz-Kirche. Nahe der iranischen Grenze südöstlich von der Stadt Doğubeyazıt steht der Ishak-Paşa-Palast, der in osmanischer Zeit an einer bedeutenden Karawanen-Route lag.

Auch der Berg Ararat (Ağrı Dağı), mit 5165 der höchste Berg der Türkei, ist von hier aus zu erreichen. Auf dem Ararat soll einst die Arche Noah gelandet sein. In Erzurum, das früher an der wichtigen Karawanenroute zwischen Indien und Europa lag, findet man alte seldschukische Gebäude, in Anı, von der Stadt Kars gut zu erreichen, an der Grenze zu Armenien, kann man historische Kirchen und Kathedralen besuchen.

UNTERWEGS: In Ostanatolien gibt es viele interessante Reiseziele, zu einigen werden gelegentlich organisierte Touren angeboten, andere muß man auf eigene Faust erkunden. Die großen Städte lassen sich mit Überlandbussen erreichen. Für den Besuch von Sehenswürdigkeiten ausserhalb der Städte benötigt man ein Auto oder Taxi, auf einigen Strecken verkehren Minibusse (Dolmuş).

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