Der Parfümverkäufer an der Beyazıt-Moschee

Sie sitzen meist an den Eingängen zu den großen Moscheen und warten auf Kundschaft, die Parfümverkäufer. Auch auf dem Beyazıt-Platz in der Istanbuler Altstadt sind sie anzutreffen.

Gleich gegenüber zum Portal der Universität hat der 65jährige Ibrahim im Innenhof der alten Osmanischen Beyazıt-Moschee aus dem frühen 16. Jahrhundert seinen Stammplatz, wo er männlichen Moscheebesuchern stark süßlich duftende Parfüms und Öle in kleinen Fläschchen anbietet, die er in einem tragbaren Glaskasten aufbewahrt.

Für muslimische Männer ist es Brauch, sich zum Besuch der Moschee zu parfümieren, vor allem zum Freitagsgebet. Ibrahim hält verschiedene Sorten bereit, von Rosenwasser bis Amber und er streicht jedem Interessenten eine kleine Kostprobe auf das Handgelenk.

Von morgens bis abends steht er an seinem Platz und ist immer für ein nettes “Schwätzchen” zu haben. Hierzu ordert er Schwarzen Tee aus dem nahegelegenen Teegarten.

Neben verschiedenen Parfüms verkauft Ibrahim auch Gebetsketten mit 33 oder 99 Perlen, die am Ende des Gebets oder bei meditativen Praktiken wie dem Zikr verwendet werden.

Ibrahim scheint mit seinem Leben zufrieden, wenn es auch nicht immer leicht ist sich gegen die Konkurenz durchzusetzen, denn er ist nicht der einzige Händler, der Parfüm an der Beyazıt-Moschee anbietet. Manchmal kommt es zu kleinen Streitigkeiten, die durchaus temperamentvoll ausgetragen werden. Doch hinterher sind sie meist wieder Freunde, erzählt er, während er das Tulpenglas mit Cay, dem Schwarzen Tee in der Hand dreht.

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