Die Eşrefoğlu-Moschee und Antiquitäten in der zentralanatolischen Stadt Beyşehir

Die Eşrefoğlu-Moschee in der zentralanatolischen Stadt Beyşehir gehört zu den schönsten erhaltenen seldschukischen Bauwerken. Der Beyşehir-See ist der größte Süßwassersee der Region.

Die Eşrefoğlu-Moschee

Nach dem Besuch des Hethiter-Monuments an der Eflatun-Quelle kommen wir nach Beyşehir, wo ich zunächst die alte, seldschukische Eşrefoğlu-Moschee aufsuche. Mächtig erhebt sich das prunkvolle Eingangsportal, dahinter das Minarett und an der Seite ein typisch, seldschukisches Mausoleum. Im Innern der edel mit Säulen aus Kiefernholz und hölzerner Decke versehenen Moschee empfängt mich der Imam, um mich ein wenig herum zu führen.

Die Moschee wird gerade restauriert, ein Teil des Innenraums ist mit einem Gerüst zugestellt. Dennoch vermittelt die zwischen 1297 und 1299 gebaute Moschee, die ohne Zweifel zu den schönsten erhaltenen seldschukischen Bauwerken gehört, einen erhabenen Eindruck.

Herrliche filigrane Holzarbeiten an der Minbar, der Kanzel, von der Freitags der Imam zu den Gläubigen spricht und die prächtigen türkisfarbenen Fayencen mit schwarzer Ornamentik in der großen Mihrab, der Gebetsnische, die die Richtung nach Mekka anzeigt, künden von der Kunstfertigkeit der Handwerker und Architekten während der seldschukischen Beylikperiode.

Der Beyşehir-See

Nach dem Besuch in der Eşrefoğlu-Moschee kommen wir zum Beyşehir-See. Am Ufer, direkt neben der Brücke zur Innenstadt, sitzen einige Angler und versuchen ihr Glück.

Im Beyşehir-See, der der größte Süßwassersee der Region ist, leben Karpfen, Hechte und Barsche.

Ich lasse meinen Blick über den See schweifen, weit im Hintergrund erkennt man die Gipfel des hohen Taurusgebirges, das die Region zur rund 300 Kilometer entfernten Mittelmeerküste abgrenzt. Im See befinden sich zahlreiche Inseln, auf einer von ihnen, die ein Vogelparadies ist, stehen Reste der Kız-Kalesi, einer kleinen Burg.

Am Beyşehir-See liegen auch die Überreste des einzigen erhaltenen seldschukischen Palastkomplexes Kubad-Abad, der auf Anordnung des Sultans Alaaddin Keykubad I. (1220-1236) erbaut wurde. Die später verlassene und in Vergessenheit geratene Anlage wurde erst Mitte des 20. Jahrhunderts wieder aufgefunden.

Der Antiquitätenhändler

Im Zentrum von Beyşehir ist gerade Markt, auf der Kuppel der zentralen Moschee brütet eine Storchenmutter. Wir trinken Tee in einem winzigen Laden, in dem zahlreiche alte und antike Gegenstände und Utensilien angeboten werden, darunter landwirtschaftliche Werkzeuge, Waffen, Dosen und alte Lampen.

Am Schreibtisch vor einem großen Tresor sitzt Ismet Erdoğan, der zusammen mit seinen Brüdern erfolgreich einen Altwaren- und Antikhandel mit Gegenständen, Möbeln und Keramik aus allen Regionen der Türkei betreibt.

Dabei zählen nicht nur wohlhabende Türken, sondern auch viele internationale Sammler und Geschäftsleute aus aller Welt zu seinen Kunden.

In dem kleinen Laden läßt es sich kaum erahnen, doch nachdem uns der Inhaber einlädt, sein Lager in einem Gewerbegebiet am Rande von Beyşehir zu besuchen, was wir später auch tun, bin ich durchaus beeindruckt.

Auf rund 4000 Quadratmeter Fläche sind unzählige Keramikgefäße, osmanische Möbel, Truhen, alte Türen, Waffen, Geräte, Bügeleisen und allerlei mehr aufgehäuft. Draussen stehen alte Kutschen und jede Menge Wagenräder.

Freundlich werden wir empfangen und sogleich zum Essen eingeladen. Um einen alten Tisch herum sitzen wir in fröhlicher Runde und unterhalten uns, während wir gewürzten Reis mit Hühnchen verzehren.

Mit vollem Magen machen wir uns anschließend wieder auf den Weg, bedanken uns bei unseren Gastgebern und fahren begleitet vom Gebell der Wachhunde vom Gelände.

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