Bodrum – Segelyachten und Kreuzritterburg

Bodrum

Der Ort Bodrum in der südlichen Ägäis der Türkei ist das Zentrum der gleichnamigen Halbinsel in der Provinz Muğla mit herrlichen Buchten und Stränden, dem bezaubernd schimmernden blauen Meer und kleinen Nadelwäldern. Der Touristenort, der auch von vielen Künstlern geschätzt wird, vermittelt mit der mächtigen Kreuzritterburg und einem schönen Yachthafen gleich auf den ersten Blick eine freundliche und interessante Atmosphäre.

Bodrum

Als ich das erste Mal nach Bodrum komme, wirken vor allem die überwiegend in weiß gestrichenen, nicht mehr als zwei- bis dreistöckigen Häuser im strahlenden Sonnenlicht auf mich sehr einladend.

Die kleinen Gassen mit vielen Boutiquen und Fisch-Restaurants sind lebendig, die Händler nicht so aufdringlich, wie in manchen anderen touristischen Hochburgen.

Im östlichen Viertel Bodrums erholen sich Urlaubsgäste am Strand der Kumbahçe-Bucht. Möglicherweise müssen sie sich vom ausgiebigen Nachtleben in einer der vielen Diskotheken ausruhen.

Bodrum war einst die antike Stadt Halikarnassos mit dem durch ein Erdbeben zerstörten Grabmal des Königs Mausolos II., König von Karien (377 bis 353 v.Chr.), das als eines der sieben Weltwunder der Antike bezeichnet wurde.

Bodrum

Aus der Zeit der antiken Stadt Halikarnassos sind das Amphitheater sowie Teile des Myndos-Tores, einst westliches Tor der Stadt, erhalten.

Ausgrabungsfunde in Bodrum und Umgebung zeugen von einer rund 5000 Jahre alten Besiedlung der Region. In Halikarnassos wurde im 5. Jahrhundert v.Chr. der berühmte Geschichtsschreiber Herodot geboren und auch der Rhetoriker und Schriftsteller Dionysius (1. Jhd. v.Chr.) stammt aus Halikarnassos.

Nach der Zerstörung der Stadt durch Alexander den Großen im 4. Jahrhundert v.Chr. verlor Halikarnassos jedoch an Bedeutung. Heute von weither sichtbar ist das Kastell St. Peter, dessen Bau zu Beginn des 15. Jahrhunderts von Kreuzrittern des Johanniterordens begonnen wurde. Nach den Eroberungen des osmanischen Sultans Süleyman, fiel im Jahre 1523 neben Rhodos auch Bodrum an die Osmanen.

Bodrum

Die Burg verlor an Bedeutung und wurde Ende des 19. Jahrhunderts als Verbannungsort und Kerker benutzt. Heute beherbergt das Kastell St. Peter ein sehenswertes Museum mit Ausstellungen alter Schiffswracks, z.B. das Schiff von Uluburun aus der Bronzezeit sowie Glaskunst und antike Amphoren.

Am frühen Nachmittag dieses herrlichen Sommertages schlendere ich entlang des Yachthafens, in dem einige imposante Segelyachten vor Anker liegen.

In Bodrum werden Touren mit den so genannten Gület angeboten, traditionelle Segelyachten, die heute wieder hier gebaut werden, wenn auch etwas modernisiert. Bereits in der Antike wurden ähnlich gebaute Boote in der Region für den Transport von Waren entlang der Küste verwendet.

Bodrum

Im Yachthafen von Bodrum lädt man mich ein, eine solche Segelyacht zu besichtigen. Zunächst ziehe ich die Schuhe aus, denn es ist an Bord üblich barfus zu laufen. Nicht ohne Stolz zeigen mir zwei Männer der Begleitmannschaft die 22,60 Meter lange und 5,90 Meter breite ACAR III, die über zwei Segelmasten und auch einen Motor verfügt.

Unter Deck befinden sich 8 Doppelkabinen, die jeweils mit Dusche und WC ausgestattet sind. Die Yacht kann für eine einwöchige Segeltour gechartert werden, die so genannte “Blaue Reise” oder die “Ägäische Reise” entlang der Ägäis- und Mittelmeerküste.

Am Ende des Yachthafens gegenüber dem Kastell St. Peter liegen weitere luxuriöse Motor- und Segelyachten vor Anker, der Bereich ist geprägt von exklusiven Privatclubs und Nobelgeschäften.

Bodrum

Ich besichtige das Gelände der nahegelegenen ehemaligen osmanischen Werft (tersane) aus dem 18. Jahrhundert, die dazu dienen sollte die einstige Seemacht der Osmanen wieder herzustellen. Hier befindet sich ein kleiner Friedhof mit dem Grabmal zu Ehren des Bodrumer Seehelden Cafer Paşa (gestorben 1729). Dann mache ich mich langsam auf den Weg zurück entlang der Yachten zum Ortskern von Bodrum.

Das könnte dich auch interessieren...