Taşkale – Dorf im Taurus-Gebirge

Taskale in der Region Karaman

Taşkale, ein abgelegenes Dorf im Taurus-Gebirge in der zentralanatolischen Region Karaman, wird seinem jetzigen Namen, der übersetzt “Felsenburg“ bedeutet, mehr als gerecht. Der alte Name des Dorfes war “Kızıllar”, die Bewohner des Ortes stammen von einem turkmenischen Nomadenstamm ab, der sich während der Zeit des Osmanischen Reiches hier angesiedelt haben soll.

Taskale in der Region Karaman

In der Region gab es jedoch bereits Siedlungen in römischer und byzantinischer Zeit. In Taşkale steht die Haltung von Vieh gegenüber der Landwirtschaft im Vordergrund. Rund 20000 Karaman-Schafe und etwa 5000 Ankara-Schafe soll es hier geben.

Meist ziehen die Hirten in noch höhere Regionen, wo sie in den Sommermonaten in Zelten kampieren. Die Wolle eignet sich hervorragend für die Herstellung von Teppichen und Flachgeweben, aus der Milch der Tiere werden Käse und Joghurt gemacht.

In eine riesige Felswand am Anfang des Ortes sind bereits vor hunderten von Jahren kleine Höhlen reingehauen worden, die früher als Wohnungen oder Lager dienten.

Heute sind noch zwei der Höhlen bewohnt, die anderen werden zur Aufbewahrung und Reifung von Frischwaren, wie z.B. Käse genutzt.

Teilweise befinden sich die Öffnungen in schwindelnder Höhe und können nur durch Heraufklettern an den in den Fels gehauenen Trittstufen erklommen werden. Ein kleiner Flaschenzug ermöglicht es schwere Gegenstände hochzuziehen. Wie alt diese Höhlenräume sind, weiß heute keiner mehr genau.

Teppichknüpferinnen in Taskale, Region Karaman

Vor den Höhlen wäscht eine Frau am Brunnen Geschirr ab. Ganz in der Nähe sitzen drei Frauen in einem Häuschen und fertigen einen Knüpfteppich.

Nur selten verirren sich Fremde ins Dorf, auf dem Weg durch den Ort begegnen mir Frauen auf Eseln, die Säcke mit Wolle transportieren.

Die meisten Männer sind mit den Schafherden in den Bergen unterwegs. Viele der Jüngeren sind in die großen Städte gegangen, um Arbeit zu finden.

Trotz der obligatorischen Satellitenschüsseln und so idyllisch die Landschaft auch wirkt, so ist das Leben in diesem Bergdorf hart und die Dorfgesellschaft mit ihren alten Regeln weitgehend auf sich selbst gestellt.

Im Winter ist das Dorf oft schwer erreichbar, zudem drohen oberhalb der Zufahrtsstraße riesige Felsblöcke durch Eis und Schnee herunterzufallen. Regen weicht den Boden zu Schlamm auf, während im Sommer eine Gluthitze das Erdreich in Staub verwandelt.

Viele Häuser sind immer noch aus Lehm und Steinen gebaut und müssen ab und zu geflickt werden. Anders als in manch anderen Dörfern im Taurus zeigen sich die Frauen in Taşkale etwas offener. Auf ausgetretenen Pfaden vorbei an Hühnern, Truthähnen, Kühen und spielenden Kindern durch das Dorf treffe ich auf ein paar ältere Frauen, die sich an einem schattigen Plätzchen niedergelassen haben, um zu häkeln und um Wolle zu spinnen.

Frauen in Taskale, Region Karaman

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